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Sterbebegleitung

Umgang mit dem Sterben und dem Tod – memento mori!

Sterben lernen, heißt leben lernen! Bedenke, dass Du sterblich bist und nehme die vielen Gelegenheiten, die das Leben bietet, wahr, Abschied zu nehmen, los zu lassen, gewähren zu lassen, hin und wieder „ein bisschen zu sterben“, um Dich für das große Sterben am Ende Deines Lebens vorzubereiten.
Übe Dich in kleinem Sterben, damit das große Sterben seinen Schrecken verliert! Ein Leben lang dies bewusst zu üben, immer wieder, immer wieder aufs Neue. Bis es dir sehr vertraut wird…denn, wie sollst Du am Ende Deines Lebens den Schritt auf die andere Seite Dir zutrauen, wenn Du es kaum, selten, oder gar nie geübt hast!? Wenn ich mich traue, mich fallen zu lassen, dann traue ich mich auch den letzten Schritt aus dieser Welt in die andere Welt zu tun – wir müssen täglich sterben üben, damit wir das Unausweichliche in die Augen sehen können und diesen überaus wichtigen Übergang in eine neue Wirklichkeit annehmen können.
Verlusterfarhungen jeglicher Art, jede Lebenskrise und jeder Abschied ist ein „kleiner Tod“, der uns auf das „große Sterben“ vorbereitet!

Häufig wollen, trauen sich die Angehörigen und Nahestehenden nicht den Tod ins Auge zu sehen, sondern sie beschäftigen sich ausschließlich mit der Frage: was können wir noch tun, was kann noch getan werden? Der Sterbende weiß, wie es um ihn steht! Die Sterbenden brauchen auf gar keinen Fall Aktionismus, und noch mehr Möglichkeiten das Leben zu „retten“, sondern genau das Gegenteil, nämlich Ruhe und Frieden, sich auf das Gehen vorzubereiten! Es geht nicht um Viel tun, sondern aufmerksam und achtsam hinzuhören, was der Sterbende jetzt braucht! Es geht nicht um mich, sondern um den Sterbenden! Eher eine stille Präsenz, die den Sterbenden mitträgt, sich auf einen großen Wandlungsprozess einzulassen, den er jetzt durchleben und auch oft durchleiden muss!

Über die Brücke zwischen Leben und Tod muss jeder selbst gehen
Dieses Symbol der Seelenbrücke,
die ins Jenseits führt, finden wir schon in uralten Überlieferungen, sowie auch in fremden Kulturen. Frauen haben schon immer versucht, anderen beim Überqueren von Diesseits in die Anderswelt zu unterstützen und beizustehen und den Sterbenden nah zu sein.

Man sagt, dass man so stirbt, wie man gelebt hat. Jedoch sind auch in dieser Lebensphase noch Wandlungen möglich – neue Erfahrungen, neue Gedanken und Einsichten, das tief im Innersten nach außen zu kehren…

"Die Schleusenzeit“
Abschiedsrituale -Totenwaschung -Aufbahrung – Totenwache – Abschied am offenen Sarg


Die Tage und Nächte zwischen Tod und Beerdigung waren früher durch eine ganze Reihe von Ritualen, Bräuchen und Riten geprägt. Diese ermöglichten es den Angehörigen den Tod sinnlich und real zu begreifen und somit konnten sie von de Verstorben Abschied nehmen.
Sie sahen mit eigenen Augen, wie sich der Körper des Verstorbenen veränderte während der einen, zwei oder gar drei Tage langen Aufbahrung. Danach konnte der Sarg geschlossen und das seelenlose Körperkleid beigesetzt werden.
Ich entdecke immer wieder, dass dieser heilsame Brauch immer häufiger ausgeübt wird! Nur Mut – lassen Sie sich darauf ein! Es regt zu einem achtsamen und liebevollen Umgang mit dem eignen Leben und der eigen Sterblichkeit!

Es gibt viele Analogien zwischen Schwangerschaft und Geburt und Sterben und Tod
Der Sterbeprozess weist viele Ähnlichkeiten mit den Phasen der Schwangerschaft auf. Sterbende werden in eine neue Dimension hinein geboren, sie lassen ihr Körperkleid hier und lösen sich vom irdischen Leben. Genauso wird ein Säugling in diese Welt geboren, in eine völlig neue und andersartige Existenz…
Umgang mit dem Tod
 
Sterbeamme